Erfolgreicher Soja-Anbau im Arbeitskreis

DRÜBER UND DRUNTER-Landwirte schützen durch regionalen Anbau Klima und Regenwald.

Lebensmittel (Eier) vor Ort bleiben gentechnikfrei.

Bernd Bulich, Franz-Josef Telohe, Dr. Martin Kaupe und Huhn Frida stellten das Projekt der Presse vor

Landwirt Bernd Bulich aus Köln-Porz baut seit vier Jahren Soja an. Dieses Jahr sind es insgesamt 25 Hektar, also 250.000 Quadratmetern. Die Ernte geht an Landwirte Franz-Josef-Telohe vom Geflügelhof Wirtz aus Niederkassel. Dieser mischt es seinem Futter bei. Nach einigen Höhen und Tiefen war es nun Zeit für eine erste, belastbare Bilanz. Dazu hatten wir die lokale Presse eingeladen.
Zum Hintergrund: Soja enthält überproportional viel Eiweiß und ist damit im Hühnerfutter praktisch unverzichtbar. Ohne die Kooperation der beiden Landwirte müsste Telohe die Hülsenfrucht im Handel einkaufen. Nachteil: Herkunft unbekannt. Die Handelsware enthält fast immer Soja von gentechnisch veränderten Pflanzen. Außerdem steht der Anbau in den Herkunftsländern wegen der Rodung klimarelevanter Regenwälder in der Kritik. Der Transport um den halben Globus ist alles andere als klimafreundlich…

Das Soja-Feld von Bernd Bulich hat auch die Hitzeperiode im Juli gut überstanden

Der Geflügelhof Wirtz in Niederkassel Rheidt ist seit vielen Jahren DRÜBER UND DRUNTER-Mitglied. Betriebsleiter Franz-Josef-Telohe will seine Hennen und Gänse ausschließlich mit hofeigenem Futter versorgen. Das schafft Vertrauen bei den Kunden, die die Skandale um verunreinigtes Futter noch gut in Erinnerung haben. Lediglich Soja hat der Betrieb bis vor einigen Jahren über den Handel zugekauft. Telohe: „Die Hülsenfrucht enthält überproportional viel Eiweiß und ist in der Hühnerernährung praktisch nicht zu ersetzen. Wir haben hierzu in den letzten Jahren eine ganze Reihe, letztendlich jedoch nicht erfolgreicher, Versuche durchgeführt.“

Bernd Bulich mit Soja aus dem letzten Jahr

So wurde im Arbeitskreis die Idee geboren, das Soja vor Ort anzubauen. Das ist wegen der klimatischen Bedingungen nicht ganz einfach. Für das Projekt gewonnen wurde der Vorsitzender vorn DRÜBER UND DRUNTER, Bernd Bulich. Als wir vor vier Jahren auf einer Fläche von 25 Hektar mit dem Anbau begannen, haben uns nicht wenige Berufskollegen belächelt. Der Anfang war auch nicht einfach. Wie bei jeder neuen Kultur, die die heimische Fruchtfolge erweitert, müssen wir erst einmal Erfahrungen sammeln. Mit der Zeit lassen sich dann vernünftige Erträge erzielen. Jetzt sind wir soweit, dass unser Soja-Feld vorzeigbar ist.“

Soja nach der Ernte

Die Wasserversorgungsunternehmen im Arbeitskreis DRÜBER UND DRUNTER – die Stadtwerke Niederkassel, Stadtwerke Troisdorf und die RheinEnergie aus Köln – stehen dem Projekt sehr wohlwollend gegenüber.

Dr. Martin Kaupe, Leiter Zentrale Aufgaben Wasserwirtschaft der RheinEnergie AG und Vorstandmitglied von DRÜBER UND DRUNTER, erläutert warum: „Wir als Wasserversorger begrüßen die Eigeninitiative im Arbeitskreis ausdrücklich. Sie ist ein Grund dafür, dass wir heute in der komfortablen Lage sind, unseren Kunden ein Trinkwasser von allerhöchster Qualität anbieten zu können. Trinkwassergewinnung vor Ort ist immer auch von globalen Trends abhängig. Die Entwicklung unseres Klimas und unserer Umwelt oder der Schadstoffemissionen aus dem Transportsektor dürfen uns nicht gleichgültig sein. Daher ausdrücklich „Daumen hoch“ für dieses Projekt.

Nach der Ernte im Oktober wird das Soja geröstet, bevor es als Futterzusatz von den Hennen auf dem Geflügelhof Wirtz verspeist wird.

Soja geschrotet und getostet (geröstet)